Bei dem "Provinzschriftsteller, Spezialität: Ländliche Sachen", wie Graf sich selbst nannte, geht der
besondere Blick auf das Thema Weiblichkeit.
Dem breiten Publikum ist Oskar Maria Graf als politischer Mensch und Schriftsteller bekannt.
1933 floh er aus Deutschland, 1938 emigrierte Oskar Maria Graf nach New York, wo er zeitlebens
blieb.
Bei diesem Theaterabend jedoch wird der Bogen von derb komischen, ja manchmal fast
unzüchtigen Erzählungen ...wie das prickelnde Erlebnis einer Magd im Saustall...aus "Das
bayerische Dekameron" bis hin zur sterbenden Hebreinerin von Pfefferzell aus Grafs rührender
Familiengeschichte "Mei Basl Marei, selig", über die fast wahnsinnig gewordene Rebellin "Ursula
Peschl" gespannt.
Oskar Maria Grafs Weibsbilder sind mal liebend, mal sterbend, mal aufopfernd, kämpferisch und
wahnsinnig dargestellt. Seine Figuren sind so vielfältig und charaktervoll als etwas Beispielhaft-
Großes und Sinnvolles dargestellt. Seine sehr selten gehörten Gedichte sind leise und voller
Dankbarkeit.
Der Witz, die Ironie und die Komik, die in seinen Werken stecken, schmälern nicht die Größe seiner
Figuren, sondern kommen den sanften Energien und der Vitalität der Frauen entgegen.
Bettina Mittendorfer spielt, liest und spricht, der Jazz-Posaunist Paul Zauner aus Österreich, sorgt
für Musik.